Die 10 Top Sehenswürdigkeiten auf Madeira
Da Madeira eine relativ kleine Insel ist, reichen im Prinzip wenige Tage aus, um sie zu erkunden. Wenn ihr aber einen genaueren Einblick in die Vielfalt und Schönheit der Insel haben möchtet, dann nehmt euch ruhig etwas mehr Zeit. Es lohnt sich. Im folgenden Abschnitt findet ihr 10 Top Sehenswürdigkeiten, die ihr auf Madeira auf keinen Fall verpassen solltet.
1. Die Hauptstadt Funchal
Funchal ist der Ausgangspunkt eines fast jeden Madeira-Aufenthaltes, Dank ihres internationalen Flughafens. Die größte Stadt der Insel ist im Süden gelegen und besteht aus zwei Stadtteilen. Im historischen Kern könnt ihr auf den Spuren der Piraten wandeln, die einst hier wohnten. Viele der alten Gebäude sind sogar noch original erhalten. Kirchen und die offiziellen Gebäude befinden sich im neuen Teil von Funchal. Die älteste Kirche der Insel ist die Kathedrale. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert. Weißgetünchte Gebäude bilden zusammen mit den bunten Märkten eine farbenfrohe Kulisse. Einen Bummel über den Mercado des Lavadores solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Am Abend locken die leckren Düfte aus den Restaurants entlang der Hafenpromenade.
2. Grutas de Sao Vicente
Die Insel Madeira ist vulkanischen Ursprungs. Wenn ihr tief in ihr vulkanisches Herz eintauchen möchtet, dann besichtigt die Lavahöhlen im Norden Madeiras. Das annähernd 700 m lange Tunnelsystem geht auf einen Vulkanausbruch vor fast 900000 Jahren zurück. Beindruckende Grotten mit bis zu sechs Meter hohen Wänden und ein Labyrinth aus Gängen könnt ihr auf einer geführten Tour erleben. Am Ende des Rundgags erwartet euch das Informationszentrum Cento de Vulcanismo, das aufschlussreiche Informationen über den Vulkanismus und die Entstehung der Grotten auf Madeira bereit hält.
3. Gabo Girão
Seit ihr bereit für ein wenig Nervenkitzel? Dann nichts wie hinauf auf die höchste Steilklippe Europas, „Gabo Girão“. Oben angelangt werdet ihr mit einer atemberaubenden Aussicht über Insel und Meer belohnt. Ihr befindet euch hier auf 580 m über dem Meer und damit ist die Klippe auch die zweithöchste der ganzen Welt. In schwindelerregender Höhe wandelt ihr über den „Skywalk“ – eine Platform mit Glasboden und freiem Blick auf das tosende Meer tief unter euch.
Wenn euch der Sinn nach noch mehr Nervenkitzel steht, könnt ihr auch Paragliding von den Klippen machen.
Die Klippen sind mit einer Seilbahn von Fajãs Gabo Girão aus zu erreichen. Diese Seilbahn war früher das Transportmittel der Bauern. Heute werden aber vor allem Touristen befördert.
4. Die Berg- und Fischerdörfer Madeiras
Das ganz authentische Leben der Inselbewohner findet ihr in den malerischen Berg- und Fischerdörfer, die genauso ursprünglich sind, wie eh und je. Die Menschen leben noch wie einst vom Fischfang und der Landwirtschaft. Sie sind herzlich und offen und ihre Gastfreundschaft ist legendär. Hier, weit ab von der Hektik der großen Stadt, lasst ihr die Seele baumeln und genießt die Aussichten auf die Berge und das Meer in vollen Zügen. Lasst euch von den Einheimischen mit ihrer guten Hausmannskost kulinarisch verwöhnen und stoßt zusammen mit einem Glas Madeirawein an. In Camare de Lobos könnt ihr auf den Spuren Winston Churchills wandeln, der hier einst gemalt hat. Camare de Lobos ist ein Fischerdorf im Süden der Insel und zählt zusammen mit dem Bergdorf Curral das Freiras zu den bekanntesten Ortschaften.
5. Wanderung entlang der Levadas
Die Levadas sind ein Netzwerk aus Bewässerungskanälen, das aus der Zeit des Zuckerrohranbaus stammt. Sie wurden im Laufe vieler Jahrhunderte immer weiter ausgebaut und kommen heute auf eine Länge von 2100 km, eine weitere Superlative der Insel, denn damit sind die Levadas weltweit einzigartig. Sie dienen zur Bewässerung des trockenen Südens, indem sie das Wasser aus dem regenreichen Norden über die Insel transportieren. Verschiedene Wanderwege verlaufen entlang der Bewässerungskanäle, vorbei an tosenden Wasserfällen und immer wieder hin zu atemberaubenden Aussichten. Es ist eine wunderbare Art, die Insel zu entdecken. Wenn ihr gern zusätzliche Informationen während eures Ausflugs möchtet, könnt ihr auch geführte Touren buchen.
6. Pico de Arieiro
Wer nicht einmal im Hochgebirge von Madeira war, hat die Insel nicht wirklich gesehen. Der Pico de Arieiro ist der dritthöchste Berg und gut über eine 7 km lange Straße zu erreichen. Einmal auf dem 1818 m hohen Gipfel bietet sich euch ein spektakulärer Ausblick über die gesamte Insel. Berge und Täler bilden eine atemberaubende Kulisse vor dem blauen Meer des Atlantiks. Bei gutem Wetter könnt ihr sogar die Nachbarinsel Port Santo sehen.
Der Pico de Arieiro ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen, wie zum Beispiel zum höchsten Gipfel Madeiras dem Pico Ruivi. Ihr braucht dafür ca. 2,5 bis 3 Stunden. Am Besten unternehmt ihr eure Wanderungen zu den hohen Gipfeln am Vormittag, da sich diese nachmittags gern mal in Wolken hüllen.
7. Ponta de Sao Lurenco
Die Ponta de Sao Lurenco ist ein Kap das im Osten der Insel, das weit ins Meer hineinreicht und 1982 zum Naturreservat erklärt wurde. Über die Jahrhunderte wurde das Tuff- und Trachytgestein zu einer beeindruckenden Landschaft geformt. Die weite Ebene des Kap ist kaum von Bäumen bewachsen und lässt teilweise an eine Mondlandschaft denken.
Ein Wanderweg führt bis zum östlichen Ende der Halbinsel. Auch wenn diese Landschaft recht karg erscheinen mag, warten hier seltene Pflanzen und Tierarten auf euch. Ein Besucherzentrum in einem alten Bauernhaus, die Casa do Sardinha, hält viel Wissenswertes über das Naturschutzgebiet bereit.
8. Monte Palace Tropical
Auf 70.000 m² erstreckt sich einer der schönsten Botanischen Gärten der Insel, der Monte Palace Tropical. Hier findet ihr die typische Flora Madeiras mit ihrer atemberaubenden Farbenpracht, ganzjährig blühenden Pflanzen und tropischen Gärten. Der Park ist ein architektonisches und botanisches Meisterwerk und befindet sich hoch über der Hauptstadt auf dem Monte Funchal. Ihr könnt entweder mit der Seibahn fahren oder den Park zu Fuß erlaufen. Um später wieder hinab ins Tal zu gelangen, solltet ihr unbedingt die rasante Abfahrt mit den traditionellen Korbschlitten probieren. Die Schlitten gleiten, von zwei Personen geschoben, auf Holzkufen hinab und können Geschwindigkeiten über 40 km/h erreichen.
9. Historische Schifffahrt mit der „Santa Maria“
Einmal wie Christopher Kolumbus über das weite Meer fahren. Das könnt ihr mit der „Santa Maria“ tun. Sie ihr ein originalgetreuer Nachbau des Schiffes aus Kolumbus Flotte, mit der er einst Amerika entdeckte. Die halbtägige Ausflugsfahrt auf den Atlantik lässt euch in der Zeit zurückreisen. Alles auf dem Schiff ist dem Original und der damaligen Zeit entsprechend. Einem kleinen Bad im Atlantik steht während des Ausflugs auch nichts im Wege und wenn ihr ganz viel Glückt habt, könnt ihr vielleicht sogar ein paar Delfine beobachten.
10. Ausflug auf die Nachbarinsel Porto Santo
Wenn ihr das Gefühl habt, alles auf Madeira entdeckt zu haben, dann lockt die Nachbarinsel Porto Santo. Sie ist entweder mit dem Flugzeug (20 Minuten) oder mit der Fähre (2,5 Stunden) zu erreichen. Wenn ihr euch für die gemütliche Schiffstour entscheidet, werdet ihr mit tollen Ausblicken auf die Südküste Madeiras belohnt.
Porto Santo hat genau das, was auf Madeira nur schwer zu finden ist: über 9 km helle feine Sandstrände, die nur so zum Sonnenbaden einladen. Der Sand hat besondere therapeutische Eigenschaften und wenn ihr möchtet, könnt ihr diese in verschiedenen Therapiezentren testen.
Wenn ihr etwas mehr Zeit mitgebracht habt, entdeckt doch das Inselinnere auf einer spannenden Jeep-Tour.
Klein aber fein. Madeira ist keine große Insel und hat doch so vieles zu bieten. Lasst euch von ihrer Blumenpracht verzaubern und von ihrer beeindruckenden Landschaft begeistern. Lasst euch die gute Inselküche schmecken und feiert zusammen mit den Einheimischen. Taucht ein in das Inselleben und genießt es in vollen Zügen.